Durchhang oder Spannvorrichtung für ein Modulband?

Durchhang oder Spannvorrichtung für ein Modulband?

In einem früheren Artikel haben wir die grundlegenden Antriebskonfigurationen für Kunststoff-Modulbänder betrachtet und erklärt, dass „ein oder mehrere Durchhänge zum Einsatz kommen, um den optimalen Eingriff von Zahnrad und Band zu gewährleisten“. Diese Durchhänge sorgen nicht nur für Rückspannung, sondern gleichen auch die Bandausdehnung aus, die durch die Last, den Verschleiß zwischen Modul und Kupplungsstab sowie durch Temperatureffekte verursacht wird. Daher sind Durchhänge zweifellos eine wichtige Komponente von Transportsystemen.

Es gibt jedoch Situationen, in denen Durchhänge nicht wünschenswert sind. Beispielsweise kann ein Durchhang eine potenzielle Gefahr für die Sicherheit der Arbeiter darstellen, oder aber die Position des Rücklaufbands erlaubt aufgrund von Platzmangel keine Durchhänge.

In diesen Fällen bietet die Konstruktion eines Förderers mit einer vertikalen oder horizontalen Bandspannvorrichtung die Lösung. Die vertikale Ausführung besteht aus einer Schwerkraftrolle (Gravity roller), die durch ihr Eigengewicht eine bestimmte Spannung erzeugt. Die hauptsächlich horizontale Version mit Spanntrommel drückt in einem bestimmten Bereich auf das Band. Diese Vorrichtungen ermöglichen die Anpassung des Bandweges am Förderer auf die tatsächliche Bandlänge. Beide Vorrichtungen sorgen für eine geringe Rückspannung an jener Stelle, an der das Band die Antriebseinheit verlässt. Die dynamisch installierten Rollen können die Banddehnung ausgleichen.

Für erhöhte Sicherheit kann die Spannvorrichtung (Take-up unit) abgedeckt und die Banddehnung in diesem Bereich überwacht werden. Die Schwerkraft-Spannvorrichtung wird direkt hinter dem Antrieb platziert, während die Spanntrommel normalerweise eine feste Umlenkwelle ersetzt.

Aus meiner Erfahrung wird der Verfahrweg der Rolle in der Vorrichtung häufig zu kurz bemessen, sodass das Band schon bald nach der Installation gekürzt werden muss. Da dies nicht unbedingt wünschenswert ist, empfehlen wir für die Konstruktion des Rollen-Verfahrwegs eine Dehnung von etwa 2 % bis 3 % der gesamten Bandlänge zu berücksichtigen.

Wünschen Sie weitere Informationen zu diesem Thema? Sie können den Technischen Leitfaden zu den HabasitLINK Kunststoff-Modulbändern herunterladen oder mich gern über expert.blog@habasit.com kontaktieren.

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20 September 2018  |  Gepostet von

Ulrich Hänggi ist Anwendungstechniker in der F&E-Abteilung für den Bereich Plastics und arbeitet seit Dezember 2000 für Habasit. Er verfügt über umfassende Erfahrung bei verschiedensten Anwendungen, bei denen Kunststoffmodulbänder und -ketten verwendet werden. Er liebt es, in den Bergen zu wandern. Ulrich ist deutscher Muttersprachler und spricht zudem fließend Englisch.

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